Auch du, mein Sohn Blutwurst

An der Blutwurst, auch Griebenwurst oder Schwarzwurst genannt, scheiden sich die Geister. Für viele Menschen ist sie eine Delikatesse, während nicht wenige andere sie schlicht ekelhaft finden.

Die Blutwurst zählt zu den Kochwürsten. Ihre Hauptbestandteile, neben Schweineblut, bilden normalerweise Schwarte, Speck und Gewürze, häufig Majoran und Thymian und oft auch geschmorte Zwiebeln. Heutzutage liegt der Anteil an Blut bei etwa 20 bis 40%.
Es gibt auch Varianten, bei denen der Blutwurstmasse Zunge, Innereien oder Fleisch zugesetzt werden, sogar Gemüse, Obst oder Brot werden vereinzelt zugegeben.
Blut wird heutzutage in der Lebensmittelherstellung selten verwendet, doch die Herstellung der Blutwurst ermöglicht es, Blut als Lebensmittel weiterzuverarbeiten. Schon vor langer Zeit nutzten die Menschen das Rezept für Blutwurst, um nach dem Schlachten möglichst alle Bestandteile des Tieres, und somit auch das Blut, zu verarbeiten und als Nahrung nutzen zu können.

Bei der Herstellung der Blutwurst werden zunächst Speck und Schwarte gekocht und zerkleinert und dann mit den Gewürzen und dem Blut vermischt und in Därme oder Wursthüllen gefüllt, die dann wiederum gegart werden. Auch die Abfüllung in Dosen oder andere Gefäße, die dann im Wasserbad gegart werden, ist möglich.
Nach dem Abkühlen ist die Wurst durch das geronnene Blut wieder schnittfest. Die Wurst ist nun verzehrfertig, bei vielen Zubereitungsarten wird sie aber erneut erhitzt, indem sie beispielsweise in Würfeln oder Scheiben angebraten wird.

Blutwurst wird seit Jahrtausenden gegessen und bereits von Homer erwähnt. Im antiken Griechenland wurde die Blutwurst vor dem Schlachten verzehrt und die Römer genossen sie bei Festen, die sie zu Ehren ihrer Götter abhielten.
Auch in geflügelten Worten taucht die Blutwurst auf. Vielen Menschen ist der Ausdruck “Rache ist Blutwurst” geläufig, und der Ausruf “Auch du, mein Sohn Brutus” den Caesar angeblich getätigt haben soll, wird heute oft scherzhaft in “Auch du, mein Sohn Blutwurst” umformuliert.

Obwohl die Blutwurst so eine lange Tradition hat, ekeln sich viele Menschen vor ihr. Blut als Hauptbestandteil eines Lebensmittel ist abschreckend, und das dunkle Aussehen der Blutwurst wirkt auf viele Menschen eher ekel- denn appetitanregend.
Dennoch findet Blutwurst heutzutage in vielen Rezepten Verwendung. Besonders gerne wird Blutwurst mit Kartoffeln kombiniert, sie wird beispielsweise häufig zu Kartoffelbrei oder Kartoffelsuppe genossen, auch in Sauerkraut wird sie gerne eingekocht. Inzwischen findet sie aber sogar in der Sterneküche Verwendung.
Ein sehr typisches Rezept mit Blutwurst ist “Himmel und Erde”, hierbei handelt es sich um Stampfkartoffeln und Apfelmus, die mit Wurst verspeist werden.

Liebhaber der Blutwurst genießen diese Spezialität mit der langen Tradition und lassen sich nicht davon abschrecken, dass andere Menschen sich bereits bei dem Gedanken daran schütteln!

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