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Es geht oft um die Wurst

Sucht man nach dem meist zitierten Lebensmittel in der deutschen Sprache, kann es eigentlich nur um die Wurst gehen! Gar zu beliebt ist doch dieses Produkt, das schon die Alten Sumerer, Griechen, Ägypter und selbst die Chinesen um 5000 vor Christus zu schätzen wussten. Über die Jahrhunderte hat sich eine Reihe von Ausdrücken entwickelt, die aus dem alltäglich Sprachgebrauch kaum noch wegzudenken sind.

Noch aus Kindertagen ist sicherlich vielen die beleidigte Leberwurst ein Begriff. Oft hat man sich gefragt, warum ausgerechnet die Leberwurst eingeschnappt sein soll und nicht etwa die Wiener oder die Frankfurter zum Beispiel. Von den österreichischen Hauptstädtern weiß man schließlich, dass sie etwas speziell und deshalb bestimmt öfters mal beleidigt sind. Und überhaupt: Wie kann es denn hier um die Wurst gehen? Wie kann denn eine Wurst Gefühle haben? Aller Wahrscheinlichkeit nach bezieht sich das Adjektiv jedoch eher auf die Leber denn auf die Wurst. Im Mittelalter hielt man nämlich die Leber für die Produktionsstätte der Lebenssäfte und des Temperaments. Der Zusatz Wurst kam wahrscheinlich später erst hinzu.

Andere geläufige Redensarten und Sprachgebräuche, die um die Wurst gehen, sind beispielsweise jemandem die Wurst anschneiden wollen oder sich die Wurst nicht vom Brot nehmen lassen. Ersteres bedeutet, jemanden um etwas erleichtern wollen. In die entgegengesetzte Richtung geht wohl die zweite Wendung, die so viel heißt wie ein Recht verteidigen, sich nicht übervorteilen lassen.

Mit das bekannteste Sprichwort ist allerdings: “Hier geht’s um die Wurst!” Was damit gemeint ist, wenn etwas um die Wurst gehen soll, können wahrscheinlich die meisten beantworten. Der Ausdruck wird gebraucht, wenn etwas Wichtiges auf dem Spiel steht, oder eine Entscheidung sehr knapp ausfällt. Woher aber kommt “um die Wurst gehen“? Sein Ursprung ist nicht vollkommen geklärt, ist jedoch vermutlich auf das mittelalterliche “Wurstschnappen” oder “Wurstangeln” zurückzuführen. Bei volkstümlichen Festen und Märkten wurden Würste an langen Stangen aufgehängt und sollten im Sprung gefasst werden. Hatte man eine erreicht, durfte man sie behalten. Da Wurst besonders für die ärmere Bevölkerung ein kostbarer Preis war, konnte es mitunter sogar richtig wild um die Wurst gehen.